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Der Pferdesport lässt sich in Reitsport, Fahrsport und Bodenarbeit unterteilen.
Reitsport
Beim Reiten sitzt der Reiter nicht passiv auf dem Pferd, sondern geht aktiv mit der Bewegung des Pferdes mit. Das Pferd wird dabei durch Gewichtsverlagerung, Schenkeldruck und Zügelführung, so genannte Hilfen, dirigiert. Auch die Stimme ist eine hervorragende Hilfe für das Pferd, sie ist allerdings bei Dressurturnieren nicht zulässig.
Dressurreiten
Die Dressur bildet den Grundstein zur Ausübung aller Reitdisziplinen, welche in verschiedenen Schwierigkeitsstufen betrieben werden. In der Dressur präsentiert sich die gelernte und bestehende Harmonie zwischen Reiter und Pferd im Ausführen der verschiedenen Dressurlektionen. Dressurreiten ist Olympische Disziplin ausgetragen in der Klasse S Aufgaben Grand Prix, Grand Prix Spezial und Grand Prix Kür. Die Kür ist ein Publikumsmagnet und wird immer bedeutender in allen Klassen.
Springreiten
Springreiten ist das Überwinden von Hindernissen zu Pferde. Es erfordert vom Reiter viel Geschicklichkeit, Balance, Rhythmusgefühl und präzise Einwirkung der Reiterhilfen, um ein Pferd korrekt über ein Hindernis zu reiten. Die Schwierigkeit beim Springreiten besteht darin, ein Pferd an den Sprung so heran zu reiten, dass das Pferd beim Absprung eine optimale Flugkurve entwickeln kann. Das Pferd darf also nicht zu dicht vom Hindernis abspringen und auch nicht in zu grosser Entfernung. Als Faustregel gilt, dass der Abstand vom Hindernis beim Absprung etwa der Höhe des Hindernisses entsprechen sollte. D. h. bei einer Hindernishöhe von 1,20 m sollte das Pferd ca. 1,20 vor dem Hindernis abspringen können.
Hindernisse können z.B. der sogenannte Oxer sein, der aus einem Steilsprung mit einer in beliebigem Abstand variierbaren Stange, besteht. Es gibt ausserdem die Trippelbarre, einen einfachen Steilsprung und beim grossen Derby in Hamburg, das auf einem grossen Aussenplatz stattfindet, sogar Wälle. Diese bestehen aus einem Hügel, der mit Erde aufgeschichtet und von Rasen überwachsen ist. Es gibt auch noch Steilsprünge und Gatter. Bei Springprüfungen werden nur Fehler und Zeit gewertet. Ein Fehler ist z.B. das Herunterwerfen einer Stange durch das Pferd (4 Fehlerpunkte), das Verweigern bzw. Stehenbleiben vor einem Hindernis (auf nationalen Turnieren 3 Fehlerpunkte, auf internationalen Turnieren 4 Punkte). Auch die Überschreitung der Höchstzeit ist mit Fehlerpunkten zu bewerten. Bei Stilspringprüfungen wird jedoch das harmonische Überwinden der Hindernisse des Reiters bewertet. Hierzu gibt es eine Richtskala von 0-10, die ihrerseits in 1er Schritte unterteilt wird; d.h. es gibt Noten von z. B. 6,0;6,1;6,2;6,3;..;6,9;7,0... Diese Notenskala gilt natürlich auch für den Dressursport und den Fahrsport. Ausführliche Daten über Turniere und Reitern können unter Springreiten gefunden werden.
Vielseitigkeitsreiten
Das Vielseitigkeitsreiten setzt sich aus den drei Disziplinen Dressur, Springen und Geländereiten zusammen; je nach Schwere der Prüfung kann eine Wegestrecke, eine Rennbahn und eine Sichtung des Pferdes hinzukommen.
Bei der Vielseitigkeitsprüfung benötigen Pferd und Reiter oftmals sehr viel Mut, Ausdauer, Geschicklichkeit und Flexibilität. Einzelne Hindernisse können jedoch manchmal unter Inkaufnahme eines Zeitnachteils in einer leichteren Alternative geritten werden.
Jagdreiten
Unter Jagdreiten versteht man das Reiten hinter Hunden. Geritten wird auf einer Geländestrecke mit natürlichen Hindernissen. Anders als bei der Fuchsjagd ist Jagdreiten reiner Pferdesport, es wird also kein Wild gejagt. Die Hunde (Meute) jagen auf der sogenannten Schleppe, die mit einem Duftstoff gelegt wird. Die Reiter folgen in verschiedenen Feldern und überqueren dabei die Hindernisse.
Eine andere Art des "Jagdreiten" ist das Bogenreiten. Während das Pferd innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine Strecke abrennt, schiesst der Reiter mit dem Bogen auf eine Scheibe in der Mitte des Parcours. Schafft das Pferd in einer bestimmten Zeit die Strecke, bekommen beide Bonus-Punkte. Für jeden Treffer des Schützen gibt es ebenfalls Punkte, jenachdem wo der Pfeil gelandet ist.
Distanzreiten
Diese aufkommende Sportart erfordert grosse Ausdauer von Pferd und Reiter. Führend im Distanzsport sind die USA, danach Grossbritannien. In Deutschland wurde das Distanzreiten als Wettkampfsport erst Ende der sechziger Jahre entdeckt. Der deutsche Distanzreitsport ist seit 1976 im "Verein deutscher Distanzreiter und -fahrer e.V." organisiert, gegenwärtig gibt es rund 1.500 Mitglieder.
Wie bei anderen Wettbewerben auch gibt es beim Distanzreiten eine Unterteilung in verschiedene Kategorien von relativ kurzen Strecken bis zur härtesten von 160,9 km Länge. Pferd und Reiter müssen die jeweilige Strecke in Mindestgeschwindigkeit zurücklegen, nur in der Bronze-Kategorie bzw. Anfangsstufe wird eine Höchstgeschwindigkeit vorgegeben. Die Pferde werden regelmässigen tierärzlichen Kontrollen unterzogen und müssen alle Stationen gesund und mit einer Pulsfrequenz von höchstens 64 Schlägen pro Minute (nach 20 Min) erreichen. Wenn das Pferd die tierärzliche Prüfung nicht besteht, wird es disqualifiziert, um zu vermeiden, dass es durch zu grosse Belastung Schaden erleidet.
Beim Distanzreiten gibt es Bestimmungen die u.a. die Qualifizierung für verschiedene Klassen reglementieren. Zu den einfacheren Klassen gehört der "bronze buckle qualifier" (32,2 km, Geschwindigkeit von 10,5 km/h bis 12,8 km/h). Jeder, der in höheren Klassen antreten will, muss ein Protokoll über sein Pferd führen. Dieses Protokoll muss vor Wettkampfbeginn vorgelegt werden. Die Pferde bzw. Ponys müssen mindestens fünf Jahre alt sein, um am Distanzreitsport teilnehmen zu können. Für den "endurace riders" (Goldkategorie und härteste Strecke) muss das Pferd mindestens sieben Jahre alt sein. Ein bekannter Distanzritt ist der "golden horshoe" in Exmoore, eine äusserst schwere Strecke von 160,9 km Länge, die in zwei Tagen geritten werden muss.
Orientierungsreiten
Orientierungsreiten (T.R.E.C.) ist Wanderreiten mit Karte und Kompass als Wettkampf. Nach dem eigentlichen Orientierungsritt sind noch Aufgaben zu meistern, die das Vertrauen von Reiter und Pferd beweisen. Gerade im Frühjahr bis Spätsommer werden auch von etlichen Reitvereinen O-Ritte angeboten. Manche finden wie oben beschrieben mit einer Karte statt andere haben ausgeschilderte Wege. Auf dem Weg sind ca. alle 2-5 km (abhängig von der Gesamtlänge des O-Rittes) Stationen bei denen Aufgaben wie z.B. von Pferd aus werfen oder von A nach B Wassereimer tragen(reiten) ohne Wasser zu verschütten. Manche Aufgaben gehen auf Zeit. Es wird nicht nur das Geschick des einzelnen Reites getestet sondern auch sein Fachwissen über Pferde, ihre Bedürfnisse und ihre Gesundheit. Für jede Aufgabe gibt es Punkte. Am Schluss des O-Rittes werden die Punkte aller Teilnehmer gezählt und die besten 3 prämiert (meist Sachprämien wie Futter, Putzzeug, Trensen usw.). Es kann einzeln oder in 2-er Gruppen gestartet werden (abhängig vom Veranstalter).
Westernreiten
Das Westernreiten ist eine aus dem amerikanischen stammende Reitweise, die sich stark an den Erfordernisse der Arbeit zu Pferde anlehnt, zu der es Prüfungen in unterschiedlichen Disziplinen und Schweregraden gibt. Wichtigste Disziplin des Westernreitens ist das Reining, die Westerndressur. Die schwerste ist aber das Superhorse. Hier werden Elemente aus Reining, Trail, Westernriding und Western Pleasure gefordert.
Gangartreiten
Das so genannte "Gangartreiten" ist eine Sportart zur Bewertung der Audruckskraft. Es wird in den Gangarten Tölt, Pass und ihren Variationen (siehe Pferdegangart und Gangpferd) ausgeübt. Bei einer Töltprüfung müssen mehrere Tempi auf beiden Händen geritten werden.
Voltigieren
Beim Voltigieren werden akrobatische Turn- und Gymnastikübungen allein oder in der Gruppe auf dem Pferd ausgeführt und auf verschiedenen Wettkämpfen vorgestellt.
Freizeitreiten
Freizeitreiter sind eine grosse und ständig wachsende Gruppe. Im Gegensatz zu den Tunierreitern nehmen sie nicht an sportlichen Wettkämpfen teil und stehen der klassischen Reitkunst oft kritisch gegenüber. In den letzten Jahren werden zunehmend eigene Reitkonzepte etwickelt, die in den Augen ihrer Befürworter einen artgerechteren Umgang mit dem Pferd beinhalten.
Wanderreiten
Wanderritte können allein, in kleinen oder grossen Gruppen, selbst organisiert oder geführt, über einzelne oder mehrere Tage bis Wochen durchgeführt werden. Beim Wanderreiten steht immer das gemeinsame Erleben der Natur im Vordergrund. Es gibt spezielle Reitwanderkarten, in denen getestete und teilweise speziell fürs Wanderreiten gepflegte Wege mit allen notwendigen Stationen verzeichnet sind. Auch Kurse und Lehrgänge und Wettkämpfe und Abzeichen werden angeboten.
Formations- und Quadrillereiten
Das Formationsreiten bezeichnet das koordinierte Reiten von verschiedensten Hufschlagfiguren mit einer Gruppe von Reitern. Bereits Xenophon berichtet von solchen Ritten. Systematisiert und perfektioniert wurde das Formationsreiten in den Kavallerieschulen. Das Quadrillereiten ist eine Spezialform des Formationsreitens mit einer durch 4 teilbaren Anzahl von Teilnehmern. Die Bezeichnung "Quadrille (Tanz)" stammt vom gleichnamigen formalen, ursprünglich französischen Tanz. Eine Formationentheorie definiert ein Modell zum Formationsreiten.
Pferderennen
Flachrennen
Rennen rein auf Schnelligkeit ohne Hindernisse
Galopprennen: die normale Rennform. Jede Gangart ist erlaubt, daher wird immer der Galopp als schnellste Gangart gegangen.
Trabrennen: der Galopp ist verboten. Hier wird das Pferd meist nicht geritten, sondern im Sulky gefahren.
Töltrennen: nur der Tölt ist erlaubt.
Hindernisrennen
In höchstmöglicher Geschwindigkeit müssen Hindernisse bewältigt werden. Als eines der härtesten Rennen gilt die Steeplechase von Pardubice.
Fahrsport
Fahrsport bezeichnet im weitesten Sinne das Fahren mit Pferdefuhrwerken als Sport und zu Hobbyzwecken (Freizeitfahren).
Die sportlichen Einzeldisziplinen sind die Dressur, der Marathon, das Hindernisfahren sowie das Geländefahren. Zur Technik und Fahrlehre siehe Fahren (Pferd). Zu den Kombinationen von Wagen, Kutschen und Pferden siehe Anspannung.
Handarbeit/Bodenarbeit
Das Arbeiten des Pferdes vom Boden aus, das heisst ohne zu Reiten. Bodenarbeit ist dabei der Oberbegriff, dem unterzuordnen sind beispielsweise Longenarbeit, Zirkuslektionen, Freiarbeit, reines Dominanztraining - wie es im Join Up praktiziert wird - und die Handarbeit.
Handarbeit im engeren Sinne der klassischen Reitkunst ist eine Technik, bei der ein Pferdeführer ein Pferd führt und dabei hinter oder schräg hinter dem Pferd mitgeht. Dabei ist die Arbeit an einem langen Zügel genauso möglich, wie die Arbeit mit einer Doppellonge. Bei der Arbeit am langen Zügel steht der Pferdeführer seitlich neben dem Pferd. Arbeit am einfachen Zügel mit dem Pferd wird insbesondere im iberischen Raum praktiziert. Das Pferd kann dabei praktisch alle Lektionen bis zur hohen Schule erlernen und ausführen. Lektionen können so erst an der Hand erarbeitet werden, ohne das für das Pferd störende Reitergewicht. Ist der Bewegungsablauf und das Bewegungsmuster gefestigt, lassen sich so die Lektionen auf das Reiten übertragen.
Bodenarbeit ausschliesslich durch Körpersprache, Stimme und Peitsche nennt man Freiheitsdressur. Ein Meister dieser Disziplin war Fredy Knie sen. vom Zirkus Knie, Schweiz.
Freiarbeit setzt Stimme und Körpersprache ein. Das Buch "Der Pferdeflüsterer" machte die Arbeit durch Körpersprache auch unter Nichtreitern bekannt.
Auch beim Westernreiten und beim Freizeitreiten wird die Bodenarbeit intensiv genutzt, zum einen um dem Pferd wie in der klassischen Reitkunst gymnastizierende Übungen zunächst ohne Reitergewicht näher zubringen, zum anderen aber um Geschicklichkeit und Gehorsam des Pferdes zu trainieren. Dazu werden auch Hindernisse benutzt (Fässer, Balken, Wippe). Zur effektiven Bodenarbeit wird ein Knotenhalfter verwendet, das im Gegensatz zum Stallhalfter eine Kommunikation mit dem Pferd ermöglicht.
Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie - Pferdesport
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