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Die Hauskatze (Felis silvestris forma catus) ist ein kleines, fleischfressendes, zu den Katzen gehörendes Säugetier. Sie stammt ursprünglich von der afrikanischen Wildkatze Felis silvestris ab und ist ein seit etwa 3500 Jahren vom Menschen gehaltenes Haustier. Sie zählt zu den beliebtesten Heimtieren.
Hauskatzen gibt es in zahlreichen Formen und Varianten, Rassekatzen und rasselose Hauskatzen. Die Bezeichnung ist eine Beschreibung aller Katzen, die „freiwillig“ in mehr oder weniger direktem Kontakt mit dem Menschen leben und daher (selbst-)domestiziert sind. Hauskatzen werden von den Wild- und Grosskatzen unterschieden.
Merkmale
Hauskatzen haben im ausgewachsenen Zustand eine durchschnittliche Kopf-Rumpflänge von ca. 60 cm, hinzu kommen ca. 25 cm Schwanz, die Schulterhöhe beträgt 30-35 cm. Sie können bis zu acht Kilogramm schwer werden, dabei wird das Männchen (Kater) normalerweise grösser als das Weibchen. Sie haben wendige Körper, ein weiches Fell, kurze Gesichter und relativ kleine Schädel. Die Ohren stehen aufrecht, sind spitz und können in verschiedene Richtungen gedreht werden. Wie bei allen Raubtieren sind die Augen – zum räumlichen Sehen – nach vorne gerichtet.
Hauskatzen haben eine grosse Vielfalt von Farben und Zeichnungen entwickelt. Bei den Hauskatzen Europas, Nordamerikas und Australiens überwiegt das gestromte Muster, das oft mit einer teilweisen Weissfärbung verbunden ist.
Fast alle Katzen besitzen einen Schwanz, der beim Halten des Gleichgewichts behilflich ist. Schwanzlose Katzen sind vor allem auf der Insel Reersø in Dänemark und auf der Insel Man (Irische See) zu finden. Paaren sich schwanzlose Katzen untereinander, kommen nicht lebensfähige Welpen auf die Welt (Semiletalfehler). Bei der Paarung mit „normalen“ Katzen kommen aber oft gesunde schwanzlose Katzen auf die Welt. In Südostasien sind Katzen mit abgeknickten Schwänzen nicht selten.
Katzen werden etwa 15 bis 20 Jahre alt; in Einzelfällen wurden Tiere von 30 Jahren und älter beschrieben.
Intelligenz
Katzen verfügen über ein grosses Lern- und Erinnerungsvermögen, das sie vor allem für Informationen einsetzen, die für sie nützlich sind. Dazu zählen ihre bevorzugte Nahrung, der Standort der Wasserschale und des Katzenklos, der behaglichste Schlafplatz und der Aufenthaltsort ihres Lieblingsspielzeugs. Zudem merken sie sich, mit welchen Lauten sie ihren Besitzer dazu bewegen können, auf ihre unterschiedlichen Bedürfnisse einzugehen, so dass sie besonders zu den Mahlzeiten auf ihren Namen hören. Freiläufer erinnern sich an den Verlauf ihres Reviers, an bekannte Katzen im Territorium und an gefährliche Hunde. Das assoziative Gedächtnis erlaubt Katzen, eine Problemstellung mit bereits Erlebten zu vergleichen. So können sie mühelos Beziehungen zwischen mehreren Elementen herstellen und nachvollziehen.
Obwohl Katzen bei der Geburt bestimmte Kenntnisse besitzen, müssen sie sich einige Verhaltensweisen mit Geduld aneignen. Dazu zählen zum Beispiel das Jagen oder das Benutzen des Katzenklos. Um ihre Jungen an das Jagen zu gewöhnen, versorgen sie Katzenmütter mit einem Zugang nach draussen ab der dritten Woche mit Beute. Zunächst verspeist sie tote Tiere vor ihren Augen, aber später bringt sie lebende Beute heran, die sie tötet und ihnen zu fressen gibt. Schliesslich überlässt sie die lebende Beute ihren Jungen. Da Katzen zwar einen Jagdinstinkt besitzen, aber das erfolgreiche Jagen erst lernen müssen, gelingt es Kätzchen ohne Mutter oder mit nichtjagender Mutter in der Regel nie, Beute zu fangen. Um sich darin zu üben, benötigen sie Stoffmäuse, Garnspulen oder zerknülltes Papier, die belauert, beschlichen und schliesslich erlegt werden. Die Benutzung des Katzenklos lernen sie durch das Vorbild der Mutter, das ihren Instinkt unterstützt, ihre Ausscheidungen zu vergraben, um entsprechende Geruchsspuren vor ihren Feinden zu verbergen.
Wenn sie gerade Lust haben, können sie auch bestimmte Darbietungen erlernen. Durch ein energisches „Nein“ lernen sie meist, bestimmte Unarten zu unterlassen. Ausserdem sind Katzen fähig, auf ihren Namen zu hören, sofern dieser kurz und prägnant ist. Besonders gut reagieren sie auf zweisilbige Namen, die die Laute „a“, „u“ oder „i“ enthalten und auf „i“ enden. Um eine Katze mit ihrem Namen vertraut zu machen, ist es von Vorteil, ihn möglichst früh zu benutzen und sie vor jeder Mahlzeit damit zu rufen.
Haltung
Hauskatzen neigen häufig dazu, bestimmte Marotten und Gewohnheiten zu entwickeln, denen gegenüber Katzenliebhaber im Allgemeinen tolerant sind. Sie sind nicht die einzigen Haustiere, die eine Toilette benutzen, auch Frettchen nehmen ein solches Angebot dankbar an.
Gesunde Ernährung
Die Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil für eine gesunde und gepflegte Katze. Wichtiges Indiz für ein gesundes Tier sind ein dichtes, matt glänzendes Fell und klare Augen. Wie alle Lebewesen braucht die Katze Wasser, Eiweisse, Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine in ausgewogener und artgerechter Zusammenstellung – gesunde Katzenernährung wäre für Hunde eine Fehlernährung und umgekehrt.
Für Katzen muss immer ein Napf mit frischem Wasser bereitgestellt werden. In freier Wildbahn ist es eher unwahrscheinlich, dass sich direkt neben der geschlagenen Beute eine Wasserstelle befindet, wild lebende Katzen trinken also nicht dort, wo sie fressen. Hauskatzen haben dieses Verhalten beibehalten und trinken nur aus einem neben dem Futternapf stehenden Napf, wenn keine andere Möglichkeit besteht. Bei Katzen, die nicht viel trinken, wird das Problem dadurch gelöst, dass man den Wassernapf getrennt vom Futternapf aufstellt. Obwohl sie als Fleischfresser bezeichnet werden, brauchen Katzen auch durch Erhitzen oder Vorverdauen aufgeschlossene pflanzliche Nahrung. In der freien Natur geschieht dies durch den Verzehr von Darminhalt der Beutetiere und zusätzlichen Gräsern.
Die fleischlichen Proteine bilden die Hauptnahrung der Katze. Fertiges, handelsübliches Dosenfutter enthält solche Nährstoffe, jedoch gerade bei den im Supermarkt zu findenden Sorten meist auch für die Katze auf Dauer schädliche Zusatzstoffe. Hier ist vor allem der künstlich erhöhte Zuckeranteil zu nennen, der das Produkt als karamellisierte Einmischung für den Katzenhalter optisch und geruchlich aufwertet (das eigentlich eher graue Futter wird bräunlich eingefärbt) und somit als Verkaufsargument dient. Für das Tier hat diese Beigabe eher negative Auswirkungen.
Neben dem Dosenfutter wird vom Handel Trockennahrung angeboten. Bei einer alleinigen Ernährung mit Trockenfutter besteht allerdings ein gesundheitliches Risiko. Da Katzen tendenziell nicht viel Wasser trinken, kann es zu Harnsteinen kommen. Ausserdem wird hierdurch die Neigung der Hauskatze zu Nierenerkrankungen gefördert, besonders bei männlichen Tieren. Die Fütterung mit Trockenfutter beinhaltet die Gefahr der Adipositas des Tieres, da die Nahrung infolge ihres geringen Wassergehaltes sehr energiereich ist.
Katzen ohne Auslauf
Eine Wohnungskatze, die alleine gehalten wird, leidet in der Regel nach einiger Zeit unter Langeweile. Hat sie einen Artgenossen, so kann sie mit ihm spielen, auch wenn er normalerweise nicht ganz die Beschäftigung mit dem Menschen ersetzen kann. Im Gegensatz zur Katze mit Auslauf hat die Wohnungskatze keine abwechslungsreiche Gegend mit lebenden Tieren zum Fangen, mit Bäumen zum Klettern und keine grossen Entdeckungsmöglichkeiten. Dafür kann sie nicht überfahren, durch landwirtschaftliche Pestizide vergiftet, von einem Jäger erschossen oder von anderen Tieren (Artgenossen, Hunden, Steinmardern) verletzt werden. Die Gefahr einer Ansteckung mit einer der (oft tödlichen) Katzenkrankheiten ist geringer, kann jedoch auch bei reiner Wohnungshaltung vorkommen, da der Mensch an seinen Strassenschuhen die Krankheitserreger mit in die Wohnung trägt. Eine reine Wohnungskatze hat aus diesen Gründen eine durchschnittlich höhere Lebenserwartung als eine Katze, die ins Freie darf.
Eine Wohnungskatze verschluckt bei der Fellpflege mehr Haare als ein Freigänger, da sie sie weniger an Büschen und Sträuchern abstreifen kann. Deshalb ist eine Wohnungskatze auf die Bereitstellung von Katzengras angewiesen, damit sie die verschluckten Haare wieder auswürgen kann (Auslösung des Brechreizes).
Mehrere Katzenklos, eines pro Katze, sind sinnvoll. Wenn ein Katzenklo nicht regelmässig gesäubert wird, besteht die Gefahr, dass die Katze es nicht benutzt. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Veränderung des Stuhlgangs gefordert, zum Beispiel bei Durchfall oder der Entdeckung von Blut.
Ausserdem ist ein stabiler Kratzbaum, am besten vom Boden bis zur Decke, wichtig, wenn man die Katze davon abhalten will, die Krallen an Polstern, Tapeten und Möbeln zu wetzen. Hinzu kommt, dass Katzen hohe Plätze lieben, weil sie sich dort sicher fühlen und gerne klettern. Verschiedene Spielmöglichkeiten wie Bälle und ab und zu eine Kartonschachtel für Verstecke bieten den Wohnungskatzen Abwechslung und die Möglichkeit, ihren Spiel- und Jagdtrieb auszuleben.
Bei reiner Wohnungshaltung sollte man sich immer für zwei Tiere entscheiden. Gerade junge Tiere, die noch nie Freigang hatten, können so ihrem Spieltrieb nachgehen. Nur ausnahmsweise ist Einzelhaltung bei älteren, unverträglichen Katzen, die in reiner Wohnungshaltung aufgewachsen sind, empfehlenswert. Eine Katze, die vorher Auslauf hatte und sich jetzt (beispielsweise durch einen Umzug) nur noch in der Wohnung oder dem Haus aufhalten soll, wird sich so gut wie nie an die beengten Lebensverhältnisse gewöhnen.
Erziehung von Katzen
Entgegen landläufiger Meinung lassen sich Katzen ebenso wie Hunde dressieren. Es bedarf zwar etwas mehr Geduld, und Katzen würden nie Tricks machen, die ihnen selbst keinen Spass machen. Aber mit Leckerchen und der richtigen Trainingsmethode, wie Clickertraining, sind auch der Katze einfache Kommandos, wie Sitz, Platz und Komm anzutrainieren. Da sich der Erfolg oft erst nach Tagen einstellt, ist Geduld die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Erziehung. Dabei kann man nur mit Konsequenz sein Ziel erreichen. Je früher die Erziehungsversuche beginnen, desto grösser der Erfolg. Wichtig ist auch die Bereitschaft, viel mit der Katze zu spielen, was meist eine gegenseitige engere Bindung zum Haustier zur Folge hat.
Da Katzen besonders gut auf Stimmen reagieren, sind diese ein gutes Mittel zur Erziehung. Ein lautes, deutliches und energisch gesprochenes „Nein“, das nicht mit dem Namen gekoppelt werden sollte, wird die Katze auf Dauer davon abhalten, etwas Verbotenes zu tun. Dabei nimmt man sie beispielsweise von den Polstern hin zum Kratz- und Kletterbaum weg und lobt sie mit sanften, ruhigen Worten und durch Streicheln.
Nur wenn die Katze gelobt wird, sollte der Name genannt werden. Ist der eigene Name einer Katze negativ besetzt, kommt sie nicht mehr auf Zuruf her.
Nützt das kategorische „Nein“ in hartnäckigen Fällen nichts, kann man die Wirkung der Stimme noch mit einem nicht zu lauten Händeklatschen verstärken. Manchmal hilft auch ein vorsichtiger Nasenstüber, wie ihn die Katze aus ihrer Kindheit kennt. Das vielfach praktizierte Spritzen mit der Blumenspritze oder der Wasserpistole wird von vielen Katzenfreunden bereits als zu rabiat abgelehnt. Auf keinen Fall darf man seine Katze bestrafen oder gar schlagen, weil sie sonst aggressiv oder scheu werden könnte. Katzen sind sensible Wesen, die dem Menschen schnell das Vertrauen entziehen, wenn sie sich verletzt fühlen.
Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie - Hauskatze
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